Monatsarchiv für Oktober 2008

Berufswunsch Hutmacher oder was macht eigentlich ein Modist?

Während Hutmacher und Hutmacherin Herrenhüte fertigen, beschäftigen sich Modist und Modistin mit der Produktion und modischen Aufbereitung von Damenhüten, Mützen, Haarschmuck u.v.m. Beide Handwerksberufe folgen einer dreijährigen Ausbildung, die parallel zur Berufsschule in den Ateliers weniger traditioneller Hutunternehmen oder selten auch an Opern- und Schauspielhäusern absolviert werden kann. Fingerfertigkeit, zeichnerisches Geschick und Materialkunde sind die Grundvoraussetzungen, doch spielen Ideenreichtum und eine eingehende Kundenberatung ebenfalls eine wesentliche Rolle, um ein guter Hutmacher bzw. Modist zu werden.

Park Avenue Damenhut by Betmar

Historisch ist bereits für das Jahr 1363 der Eintrag einer Hutmacherzunft in Nürnberg belegt, die mit der Entwicklung des Modistenhandwerks einhergeht. Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Berufsstand im 18. Jahrhundert, als die Mode überaus pompös und ausgeschmückt war. Damals schufen Modisten nicht nur Hutkreationen, sondern dekorierten auch die Kleider wohlhabender Damen zu prächtigen Einzelstücken. Herausragenden Ruhm erlangte in dieser Zeit vor allem Rose Bertin, die nach Marie Antoinette auch die Hoflieferantin von Napoleons Gattin Joséphine wurde. Renommierte Traditionsunternehmen, wie Borsalino aus Italien oder Seeberger und Mayser aus Deutschland, folgen ebenfalls der Handwerkskunst ihrer Gründungszeit.

Viele Hüte werden heute noch in traditioneller Handarbeit hergestellt. Insbesondere Modelle aus hochwertigen und empfindlichen Materialien, wie z.B. Haarfilz oder Seide, erfordern eine vorsichtige Handhabung, die eine industrielle Serienfertigung nicht gewährleisten kann. Auch wenn die Hüte später durchaus strapazierfähig sind, ist der Verarbeitungsprozess in den Betrieben zuweilen sehr aufwendig und langwierig, was schließlich den gehobenen Preis rechtfertigt. Bei manchen Melonen und Zylindern, wie etwa dem Chapeau Claque, kommen für die Kunden mitunter lange Wartezeiten von mindestens zwei Monaten hinzu, weil diese nur auf Anfrage gefertigt werden. Spätestens wenn Sie einmal gesehen haben, wieviel Arbeit in einem einzigen Hut steckt, halten Sie Ihren sicher in Ehren.

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Ein Modist und Hutmacher entwirft aber nicht nur, er repariert auch. So wie Sie Ihre Kleidung zum Schneider und Ihre Schuhe zum Schuster bringen, sind Ihre defekten Hüte am besten bei einem Hutmacher oder Modisten aufgehoben. Er kennt die Materialien und hat das entsprechende Werkzeug, um kleine Makel zu korrigieren. Ein sehr anspruchsvoller und gleichzeitig kreativer Beruf - Dienstleister und Designer für Kopfbedeckungen in einem. 

Im Sinne einer fachkundigen Beratung ist es in diesem Zweig der Modebranche selbst für ein nicht-produzierendes Unternehmen empfehlenswert, einen Modisten bzw. eine Modistin zu beschäftigen, wie es auch in unserem Hause der Fall ist. Unsere kompetente Modistin kann Sie bestens über Formen wie Stoffe aufklären, Ihnen Tipps zur Pflege Ihrer Kopfbedeckung geben und für Sie die neuesten Huttrends in Erfahrung bringen. Denn Haargestecke und ausgefallene Hutkreationen sind nicht nur in Ascot ein Aufsehen erregender Blickfang, der jede Garderobe zu perfektionieren vermag. Hochzeiten und andere Feierlichkeiten sind schöne Anlässe, um exklusive Kopfbedeckungen zu tragen, die ebenso die Alltagskleidung verschönern…

Gore-Tex & Co. – was ist das Besondere an Funktionstextilien?

Auf der Suche nach Sport-, Regen- oder Outdoor-Bekleidung sind sicher jedem von uns schon einmal diese Namen über den Weg gelaufen: Gore-Tex, Sympatex, Coolmax und Polartec zählen zu den bekannten Marken auf dem Gebiet der Klima- und Funktionstextilien. Sie schützen je nach Einsatzzweck in unterschiedlichem Grad vor Regen, Wind sowie Kälte, sind dabei besonders strapazierfähig und vor allen Dingen atmungsaktiv. 

Die Atmungsaktivität der Stoffe beruht darauf, dass Körperfeuchtigkeit in Form von Wasserdampf nach außen dringen kann und so ein Hitzestau verhindert wird; die Kleidung trocknet schnell und das Körperklima bleibt angenehm. Ist der Stoff zudem imprägniert, beschichtet oder nanotechnologisch verändert, kann überdies kein Wasser oder Wind von außen eindringen.

 Regenhut mit Gore-Tex-Ausstattung

Empfehlenswert sind diese Textilien auch bei Kopfbedeckungen, zumal der Regen bekanntlich von oben kommt und man beim Sport auch am Kopf und an der Stirn schwitzt. Daher gibt es bereits von zahlreichen Herstellern Hüte, Mützen und Caps, die etwa eine Teflon-Beschichtung haben.

Teflon ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Kunststoff Polytetrafluorethylen (PTFE). Gewebe, die hauchdünn damit beschichtet sind, wirken schmutzabweisend, witterungs- und hitzebeständig sowie UV-geschützt. Flüssigkeit perlt einfach ab, der behandelte Stoff bleibt aber weiterhin atmungsaktiv. Hinter dem geschützten Handelsnamen Gore-Tex verbirgt sich ebenfalls eine aus Teflon bestehende mikroporöse Membran. Die Membranporen sind 20.000 Mal kleiner als Regentropfen, lassen aber Körperfeuchtigkeit in Form von winzig kleinem Wasserdampf entweichen.  Auch hinter den Handelsnamen Windstopper, Asahi Guard oder den beiden von Nike eingeführten Stoffen Cordura und Dri-FIT stehen Funktionsmaterialien, die höchsten Ansprüchen gerecht werden. 

Informieren Sie sich über weitere Stoffe in unserem Hutlexikon oder schauen Sie einfach in unserem Shop vorbei, um mehr über Funktionstextilien zu erfahren.