Oktoberfest! Zwar in München daheim, aber in Deutschland zuhause!

Alle Jahre wieder…kommt nicht nur das Christuskind, sondern jedes Jahr pilgern auch über 6 Millionen Besucher auf Europas größtes Volksfest. Und da dürfen Starkbier, Brezen und die Trachtenmode nicht fehlen. Was aber in München seit über 200 Jahren Tradition hat, ist schon längst nicht mehr lediglich in Bavaria zum herbstlichen Brauch entwachsen.

Noch vor einigen Jahren hatten die Bajuwaren eine Monopolstellung, was das Schunkeln auf den Bierbänken anbelangt. Bier in unfassbarer Größe, der sogenannten Maß, kalorienreiches Essen und freundschaftliches Verhältnis aller Besucher sind nur einige der typischen Erscheinungen in den 14 Tagen zu Herbstbeginn. Doch mittlerweile hat auch der Rest der Republik erkannt, dass das Oktoberfest ein ganz willkommener Anlass ist, um ausgelassen zu feiern. Selbst in Westfalen ist dieser Brauch punktsicher gelandet. Noch im letzten Jahr richteten die Münsteraner das größte Oktoberfest nach den Münchenern aus.

Dass sowohl die Besucher des Münchener Oktoberfestes als auch aller anderen Oktoberfeste sich größtenteils des sonst eher ländlichen Trachtenbrauchs willenlos anschließen, ist auch besser so. Denn wer ohne entsprechendes Outfit aufwartet, wird schnell als Partymuffel und Tourist der eher schlechteren Sorte enttarnt. Um höchst angenehm aufzufallen, sollte sich der Mann in eine Lederhose werfen. Je älter, desto besser. Denn nur dreckige und speckige Lederhosen gelten als historisch erfahren. Dazu trägt man ein kariertes Hemd41964tund Kniestrümpfe. Wer aber nahezu perfekt gekleidet sein möchte, der sucht sich einen schönen Trachtenhut aus edlem Wollfilz. Oft verziert mit Feder oder Kordel sind die Trachtenhüte äußerst robust und weder Bierdusche noch das Wandern auf fremden Köpfen machen diesem Hut etwas aus. Die Mädels tragen ein bunt verziertes Dirndl, welches ihre Weiblichkeit deutlich betont. Die Kopfbedeckungen bleiben jedoch den Herren der Schöpfung vorbehalten. Ob Dreispitz, Ur-Tiroler oder Berghut – diese klassischen Hüte haben etwas romantisch Rustikales. Sie erinnern nicht nur an die Liebschaft von Heidi und Peter auf der Alm, sondern verleihen seinem Träger stets einen Hauch von Spitzbübigkeit. Die Wollfilzhüte sind sehr formstabil und können je nach Temperatur auch schon einmal geknautscht oder gerollt in der Hosentasche verschwinden. Wasser- und schmutzabweisend ist der Trachtenhut allemal.30777tNur die ganz hochwertigen Modelle aus edlem Haarfilz mit Vogelfeder sollten nicht unbedingt bei der Promillejagd als Begleiter gewählt werden. Da besitzt der Herr dann lieber zwei Modelle: einen für die von Volksmusik und Weißwürsten untermalte Zeltstimmung und einen für die nette Berg- und Wandertour durch die Alpen.